Die Zeit danach

Nach seiner Freilassung in Jahr 1953 findet Andreas Novak seine Familie in Ostwestfalen wieder.

In dem kleinen Dorf Friedewalde im Kreis Minden-Lübbecke treffen sich rund 60 Ploschitzer, darunter sein Opa, seine Eltern, sein Bruder Jochen und seine Schwester Klara.

Die Banater arbeiten und leben bei den orstansässigen Bauen, unter anderem auf dem Hof Bredemeier (Kneisen), heute Niedringhaus, und erarbeiten sich schnell den Ruf, sehr fleißig zu sein.

Einige Ploschitzer bleiben in Friedewalde, doch die meisten ziehen weiter, ein paar wandern nach Amerika aus.

Die Familie Novak zieht, wie viele andere Ploschitzer auch, ins zehn Kilometer entfernte Minden. Dort gründen Andreas Novak, Jochen Novak und Klara Novak, die seit ihrer Hochzeit im Jahr 1955 den Nachnahmen ihres Ehemannes Gerhard Büsking trägt, ihre eigenen Familien und leben dort bis heute.

Nach ihrer Flucht und Vertreibung trafen sich die Ploschitzer regelmäßig in Sindelfingen. Diese jährlichen Treffen gibt es heute nicht mehr.


Die 1929 geborene Schwester Klara besucht das Internat im zwölf Kilometer von Ploschitz entfernten Kubin. Sie möchte Lehrerin werden. “Während der Besatzung durch die Deutschen haben wir Hitler-Lieder gesungen und sind in Reih und Glied marschiert”, sagt sie rückblicken und ergänzt: “Ja, auch wir haben Heil Hitler geschrien.”

Klara Büsking, geborene Novak, entgeht dem Vernichtungslager Rudolfsgnad, weil sie am 1. Oktober 1944 im Alter von 15 Jahren mit der sogenannten Kinderlandverschickung ihre Heimat Jugoslawien in Richtung  Deutschland (zunächst Bayern) verlässt.

Die Zugreise über Belgrad nach Bayern dauert fünf Tage.

Klara Büsking: “Wenn ich abends hier so liege und nicht fernsehe, dann geh’ ich immer durch unser Dorf. Ich sehe das noch alles. Und ich hab’ Heimweh danach, obwohl ich jetzt schon so alt bin.”

1929 in Ploschitz geboren: Klara Büsking (geb. Novak), hier kurz nach ihrem 89. Geburtstag in ihrem Haus in Minderheide. Foto: Jürgen Krüger

Erinnerungen von Klara Büsking, geborene Novak (Audio).